Zeitzeugen 2021/2022

Stolpersteinverlegung in Quadrath Ichendorf

12 neu verlegte “Stolpersteine“ erinnern an im Nationalsozialismus verfolgte und ermordete Mitbürger.: an die jüdischen Familien Eckstein ( Fischbachstr. 5) und Simons ( Köln- Aachenr Str. 181).

August Krüll (Katzenberg 2) wurde aufgrund von geistigen Einschränkungen, Heinrich Zehnpfennig (Sebastianusstr. 21 ) als vorgeblich „asozial“ ermordet.

Schüler*innen des Projektkurse- Zeitzeugen gestalteten die Verlegung mit. Caro Beulke und Johannes Pfordt lasen aus Briefen von Sally Simons und Rosa Eckstein vor, in denen sie die bewegende Geschichte ihrer Deportation ins Rigaer Ghetto und ihre Rückkehr nach Bergheim nach dem Krieg schildern.

Vielen Dank an Simon Schwarz (Q2), der das gesamte Projekt fotografisch begleitete.

12 Stolpersteine erinnern an die Opfer der Nazis: "Ich bin nur noch alleine übrig geblieben" - Bergheim (rheinische-anzeigenblaetter.de)

12 Stolpersteine in Quadrath-Ichendorf verlegt – Seniorenportal Bergheim (unser-quartier.de)

Hintergrundinformationen

Sally Simons aus Quadrath-Ichendorf – jüdischer Ehrenbürger von Quadrath-Ichendorf

sally-simons.jpgSally Simons war Kaufmann und wurde am 7. April 1900 in Ichendorf geboren. Seine Familie
ist über 300 Jahre im Rheinland beheimatet. .
Deportation und Lager
Am 07.12.1941 wurde Sally Simons mit dem ersten Transport von Köln ins Ghetto Riga gebracht, Er überlebte verschiedene KZs.

Nach Kriegsende kehrte er als einer der drei einzigen überlebenden Bergheimer Juden nach
Quadrath-Ichendorf zurück. Er wurde Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr,
Ehrenbürger von Quadrath-Ichendorf, Träger des Bundesverdienstkreuzes und engagierte sich im Radfahrverein „Staubwolke Quadrath“.
Er starb am 7. Juli 1977 im Alter von 77 Jahren und ist in Quadrath-Ichendorf beerdigt.

Die Vertonungen sind auch auf YouTube zu hören:

 

 

Rosa Eckstein Die schwere Heimkehr einer Überlebenen

Rosa mit Eltern.jpgRosa Eckstein, 1914 in Ichendorf geboren, ist die Nichte von Sally Simons. Sie arbeitete als Verkäuferin und wurde 1941 ins Ghetto Riga deportiert. Sie überlebte, konnte aber erst um 1957/58 aus Riga nach Köln zurückkehren. Dort starb sie am 16. Januar 1967 und ist auf dem jüdischen Friedhof in Köln-Bocklemünd begraben.

Jüdisches Leben in Bergheim - Brief von Rosa Eckstein an ihre Schwester Herta - YouTube


Meet a Jew an unserer Schule.

Sto-73.jpgDas Zeitzeugenprojekt der Gesamtschule Bergheim traf sich mit zwei Freiwilligen des Projektes Meet a Jew, um mehr über das aktuelle Judentum in Deutschland zu erfahren. Das besondere war: es wurde nicht nur geredet sondern auch zusammen gekocht, leckeres Shakshuka, ein orientalisches Gericht aus Zwiebeln, Paprika, Tomaten, Feta, Eiern und leckeren Gewürzen.

Beim Kochen und Essen wurde viel geredet und gelacht. Besonders beeindruckend war, wie offen die beiden Freiwilligen über ganz persönliche Dinge wie Bedeutung von Religion in ihrem Leben erzählten.  Schockiert hat uns aber, dass beide in der Öffentlichkeit keine Kippa, die traditionelle jüdische Kopfbedeckung, tragen würden, aus Angst vor Diskriminierungen.

Trotz alledem fühlen sich beide in Deutschland wohl, sie seien in Deutschland geboren und sind Teil der deutschen Gesellschaft.

Vielen Dank an die tollen Freiwilligen, die einen informativen und humorvollen Nachmittag ermöglichten.

Und danke an die Hauswirtschaft, dass wir die Küche benutzen durften!


Ergebnisse des Projektes „Jüdisches Leben“ sind online

Foto 07.10.21, 12 17 51.jpgInformationen  über jüdische Familien in Bergheim, dem jüdischen Friedhof, Stolpersteine oder die Bedeutung des Tanzens im Judentum sind unter  diesem Link  veröffentlicht:

Jüdisches Leben in Bergheim – Kreisstadt Bergheim

„Teilweise war das heftig": Schüler aus Bergheim kommen dem Judentum näher | Kölner Stadt-Anzeiger (ksta.de)


Zeitzeugen-Projekt Q1 zum jüdischen Leben in Bergheim

Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Bergheim informierten sich in der Stadtbibliothek

Sara Toschke zeigt den Schülerinnen und Schülern das Stadtarchiv in BergheimMit einem Besuch in der Stadtbibliothek und dem Stadtarchiv der Kreisstadt Bergheim ist am Montag ein interkulturelles Projekt im Rahmen der „Jüdischen Kulturwochen im Rhein-Erft-Kreis“ gestartet.  Schülerinnen und Schüler des Q1-Zeitzeugen-Kurses der Gesamtschule machen sich mit ihrer Lehrerin Elisabeth Amling auf Spurensuche nach jüdischem Leben in Bergheim, unterstützt von Bibliotheksleiter Werner Wieczorek, Stadtarchivarin Sara Toschke und der Journalistin Andrea Floß. Im Fokus stehen Recherchearbeiten, Familienforschung, die Vertonung von biografischem Schriftgut sowie Zeitzeugen-Gespräche und Einblicke in den Alltag jüdischen Lebens früher und heute.

Veranstaltung mit Tanz, Musik und Literatur am 3. November 2021 in Quadrath-Ichendorf

Urkunden und Ratsprotokolle können für Recherche genutzt werdenZiel ist es, die historischen Fakten und Zeitzeugen-Geschichten für künftige Generationen festzuhalten und auf der städtischen Webseite zu dokumentieren. Der diesjährige Projektkurs legt mit seiner Pionierarbeit den Grundstein für die Zukunft, die Informationen sollen von folgenden Jahrgängen weiter fortgeschrieben werden. „Viel ist über das Leben von jüdischen Familien in Bergheim nicht bekannt – die Schülerinnen und Schüler schreiben ein Stück Stadtgeschichte und helfen mit, dass diese Dinge nicht in Vergessenheit geraten“, so Sara Toschke. Gerade in der heutigen Zeit sei es besonders wichtig, jüdisches Leben und jüdische Kultur sichtbar zu machen. Geburtsurkunden, In der Stadtbibliothek Bergheim informieren sich die Gesamtschüler über RecherchemöglickeitenRatsprotokolle und andere Dokumente in den Archivräumen im Rathaus bieten Aufschluss, im „Hauptquartier“ in der Stadtbibliothek können ausgewählte Medien, Computer und die neueste „Maker-Space“-Technik genutzt werden, beispielsweise für Videoproduktion und zur Vertonung. Mucksmäuschenstill wurde es, als Sara Toschke den 17- bis 18jährigen über die Deportationen in der Zeit des Nationalsozialismus berichtete: „Die Kinder waren teilweise jünger als ihr.“

Werner Wieczorek begrüßt den Zeitzeugen_Kurs in der StadtbibliothekZwei Beispiele, über die der Heimatforscher Heinz Gerd Friedt in einem Jahrbuch des Bergheimer Geschichtsvereins berichtete, sind der vielfach engagierte Ehrenbürger Sally Simons aus Quadrath, der im Dritten Reich mehrere Konzentrationslager überlebte und nach dem Zweiten Weltkrieg wieder in seiner Bergheimer Heimat zurückkehrte. Ein ähnliches Schicksal erlitt Rosa Eckstein aus Ichendorf, deren Erlebnisse in Briefen überliefert ist. Während der Projektwoche vom 4. bis zum 8. Oktober steht auch die Verlegung von Stolpersteinen und ein Besuch auf dem jüdischen Friedhof in Bergheim und Fliesteden auf dem Programm. Jüdische Tänze und Bräuche lernen die Jugendlichen bei einem Workshop mit Inessa Bergs von der Bergheimer Ballettschule Belaro kennen  – die Ergebnisse werden am 3. November 2021 im feierlichen Rahmen mit Tanz, Musik und Literatur im Bürgerhaus Quadrath-Ichendorf präsentiert.

Andrea Floss

https://meine.rheinische-anzeigenblaetter.de/bergheim/c-kultur/juedisches-leben-in-bergheim_a10973

https://unser-quartier.de/stadt-bergheim/2021/09/zeitzeugen-projekt-zum-juedischen-leben-in-bergheim/